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Ermäßigte Umsatzsteuer auf Ausstellung mit vergänglicher Eiskunst

Bundesfinanzhof: Steuerbegünstigung setzt keine Sammlung voraus

Auf die Eintrittskarten für eine Kunstausstellung wird generell nur die ermäßigte Umsatzsteuer fällig. Es ist nicht erforderlich, dass die Kunstwerke aus einer „Sammlung“ stammen, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil zu einer Ausstellung mit Eisskulpturen entschied. (Az: V R 29/17)

Konkret geht es um zwei Ausstellungen in den Wintermonaten 2010 mit Eisskulpturen. Internationale Künstler hatten diese exklusiv für die Ausstellungen geschaffen. Kunstinteressierte konnten die Werke gegen Eintritt besichtigen.

Das Finanzamt hielt die Hand auf und forderte auf die Eintrittserlöse die volle Umsatzsteuer von 19 Prozent. Der ermäßigte Satz für Museen setze voraus, dass eine Sammlung besteht, aus der die Ausstellungen bestückt werden.

Das war hier offenkundig nicht der Fall. Schließlich war die Eiskunst später „witterungsbedingt zerstört“ worden, lauteten die gerichtlichen Feststellungen.

Dennoch muss der Veranstalter nur die ermäßigte Umsatzsteuer von sieben Prozent bezahlen, urteilte nun der BFH. Nach dem Gesamtzusammenhang des Gesetzes komme es auf eine dauerhafte Sammlung nicht an. Maßgeblich sei vielmehr, ob eine Ausstellung „kulturellen und bildenden Zwecken“ dient. Anders sei es dagegen bei einer Ausstellung für „bloße Verkaufszwecke“.

Begünstigt ist danach nicht nur die vergängliche Eiskunst, sondern auch andere eigens zusammengestellte Ausstellungen, auch wenn sie Werke anderer Museen und privater Leihgeber zeigen. Ausdrücklich betonten die obersten Finanzrichter, dass dies auch für Wanderausstellungen gilt, bei denen Kunstwerke an mehreren Orten gegen Eintritt gezeigt werden.